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Antijudaismus

Deutsche jüdische Jugendliche wandern nach Israel aus

Berlin (sh) - Immer mehr jüdische Jugendliche wandern der Tageszeitung "Die Welt" zufolge nach Israel aus >> Ausgabe 29. November 2019.

Etwa zunehmender Antisemitismus und Übergriffe gegen Juden sind Gründe dafür. Die 15 Jahre alte Jamela Etoundi gegenüber der "Welt": in Israel fühle sie sich wohl und könne sein, wer sie wirklich ist. Freiwillig ginge sie nicht nach Deutschland zurück.

Eine andere Schülerin, die ebenfalls 2019 von Berlin nach Israel gegangen ist, ist die 16 Jahre alte Golda Maertens. Laut "Welt" lebt die Gymnasiastin nun im Mosenson-Internat bei Tel Aviv. Durch das israelische Bildungsprogramm "Naale" bekommt sie dort Unterricht, Kost und Logis finanziert.

Maertens sagte der "Welt", in Berlin hätte sie ihre Kette mit dem Davidstern unter dem T-Shirt versteckt. Sie habe Angst um die Juden gehabt, die auf der Straße als solche erkennbar gewesen seien. In Israel könnten sich Menschen mit Kippa ganz normal auf der Straße bewegen.

Die Nachrichtenagentur idea berichtete im Dezember 2019 von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin RIAS: die Initiative habe in Berlin 2018 an die 1100 antisemitische Vorfälle gemeldet bekommen, 14 Prozent mehr als im Vorjahr (etwa 950). (31/12/2019)


HINTERGRUND

Antisemitismus - Antijudaismus

In Deutschland hat sich "Antisemitismus" als Begriff für "Hass auf Juden, Feindschaft gegen Juden" eingeschliffen. Im Grunde ist dieser Ausdruck jedoch falsch: eine Sprachverwirrung, die der Bekämpfung des Phänomens nicht förderlich ist.

Richtig muss man von "Antijudaismus" sprechen.

"Antisemitismus" leitet sich von "die Semiten" her. Dabei handelt es sich um die historischen Völker, die eine semitische Sprache sprechen. Etwa Hebräer und Aramäer.

Semiten, das sind aber auch Araber, Assyrer und Babylonier. Hier offenbart sich, wie unangebracht und kontraproduktiv es ist, einen Ausdruck wie "Antisemitismus" zu gebrauchen, wenn man Antijudaismus meint.

Als Randbemerkung dazu ein Zitat. In der Einführung des Buches "Aus dem Wörterbuch des Unmenschen" von Sternberger, Storz, Süskind heißt es: "... denn in der Sprache allein offenbart sich der Mensch, im Guten wie im Bösen". (zeta 31/12/2019)

  

Verfolgte Christen

Menschenrechtsorganisation CSI

befreit 100.000 Sklaven in Sudan

München (zeta) - In Sudan werden in heutiger Zeit noch schätzungsweise 20.000 Sklaven gehalten. Weitere Nachricht: Mehr als 100.000 versklavte Südsudanesen sind von der überkonfessionellen Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International CSI nach deren Angabe seit 1995 befreit worden.

CSI-Geschäftsführer Pfarrer Peter Fuchs in München: "Christian Solidarity International erfuhr 1995 von Sklavenjagden, die sich im Sudan abspielten und wir entdeckten Möglichkeiten zum Freikauf dieser geschundenen Menschen." CSI: Die Befreiten waren innerhalb eines Dschihads "von arabisch-muslimischen Milizen in den Norden des damaligen Sudan verschleppt" worden.

Nach 2002 seien keine Sklavenjagden mehr dokumentiert, heißt es in einer CSI-Publikation. Doch gehe man in vorsichtigen Schätzungen davon aus, dass es in Sudan in heutiger Zeit noch etwa 20.000 Sklaven gibt.

Die Sklaven vom Stamm der Dinka, meist Christen, würden von ihren "Besitzern" bis heute zu harter Arbeit gezwungen, so Pfarrer Fuchs. Sie würden rassistisch beleidigt, misshandelt, missbraucht und zwangsislamisiert.

Fortsetzung der Befreiung durch CSI: 2018 seien rund 2000 Sklaven aus dem Sudan in die Freiheit im Südsudan geführt worden. Dort erhalte jeder Befreite Nahrungsmittel, "als Lebensversicherung" eine lebende Mutterziege und die wichtigsten Utensilien für den Neuanfang.

Die Befreiten würden von Dorfgemeinschaften aufgenommen. Zwangsislamisierte würden sich mit Begeisterung wieder dem Christentum zuwenden.

Für den Freikauf eines Sklaven benötigt CSI rund 50 Euro, den gleichen Betrag für die Mutterziege. Die Utensilien für den Neustart einer befreiten Person kosten um die 40 Euro. Das Spendenkonto von CSI bei der Bank für Sozialwirtschaft, München, hat die IBAN DE45 7002 0500 0008 8395 05. (29/10/2019).


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