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>>> Deutsche jüdische Jugendliche wandern nach Israel aus

Aktuelle 15. Kalenderwoche 6. bis 12. April 2020                                

Bill Gates finanziert sieben Fabriken für den Corona-Impfstoff

Seattle (sh) - Microsoft-Gründer Bill Gates will sieben Fabriken vorfinanzieren, die den Corona-Impfstoff herstellen sollen. Dies berichtete das Portal "heise.de" am 6. April.

Die Gates-Stiftung habe nach eigenen Angaben schon 105 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen die Corona-Pandemie bereitgestellt. Die Stiftung, so heise.de, gehöre zu den Wagniskapitalgebern des Tübinger Biotech-Unternehmens CureVac. Das Labor CureVac steht kurz davor, einen Corona-Impfstoff herzustellen (wir berichteten am 15. März). (8/4/2020)

Österreich lockert Corona-Beschränkungen

Wien (sh) - Österreich lockert die Corona-Beschränkungen. Am 14. April öffnen Gartengeschäfte und Baumärkte wieder. Am 1. Mai folgen alle Geschäfte, auch Friseure. Alles jedoch unter strengen Auflagen (etwa Tragen von Schutzmasken). Bundeskanzler Kurz kündigte zudem die Wiedereröffnung von Gastronomie und Hotels für frühestens Mitte Mai an. (8/4/2020)

Deutschland holt Flüchtlingskinder aus Griechenland

Berlin (sh) - Die Bundesregierung holt fünfzig minderjährige Flüchtlinge aus griechischen Lagern, berichtete die Tagesschau am 7. April. Sie sollen in Quarantäne und dann im Land verteilt werden.

Das Coronavirus breite sich auch in griechischen Flüchtlingslagern aus. Im März habe der Koalitionsausschuss von Union und SPD beschlossen, Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern zu holen. Es handelt sich laut Tagesschau um Kinder, die schwer erkrankt oder unbegleitet und jünger als 14 Jahre sind. (8/4/2020)

Tiger im New Yorker Zoo fängt Corona ein

New York (sh) - Erstmals ist in den USA eine Übertragung des Coronavirus auf einen Tiger nachgewiesen worden - im New Yorker Zoo. Dies berichtete die Tagesschau am 6. April. Das US-Agrarministerium habe verlautbart, dass es bisher keine bekannten Coronavirus-Infektionen von Tieren in den USA gegeben habe. (8/4/20)

Italienische Autobrücke stürzt ein

Cisa (sh) - Erneut ist eine Autobrücke in Norditalien eingestürzt - am 8. April zwischen Toskana und Ligurien. 2018 habe der Einsturz einer Autobahnbrücke gezeigt, dass es schlecht um Italiens Infrastruktur bestellt ist, kommentierte die Tagesschau. (8/4/2020)


14. Kalenderwoche 30. März bis 5. April 2020                       

Corona - Deutschland verblüfft mit seiner Sterberate

Berlin (sh) - Mit einer Coronafieber-Sterberate von 1 Prozent liegt die Zahl in Deutschland weit unter der von Italien (11,4 Prozent), Spanien (8,7) und Frankreich (6,8). Das hat im Ausland laut N-TV für Verblüffung gesorgt. Anerkennung gibt es auch für das Krisenmanagement und die Faktentreue von Kanzlerin Angela Merkel. Zudem genieße das deutsche Gesundheitssystem im Ausland einen guten Ruf.

Als Deutschlands Kapazitäten in Krankenhäusern nicht so ausgelastet waren, wurden Patienten aus anderen Ländern aufgenommen - unter anderem aus dem Elsass. Der ostfranzösische Regionalratspräsident Jean Rottner sagte der FAZ, die Bewohner der Region Grand Est würden diese nachbar-schaftliche Hilfe nie vergessen. (4/4/2020)

Italiener werfen Deutschland Arroganz vor

Rom (sh) - Italiener werfen Deutschland Arroganz vor, nachdem Kanzlerin Merkel Euro-Bonds abgelehnt hat. Italiens Premierminister Conte fordere solche Bonds, berichtete die Tagesschau am 2. April.

Bei Euro-Bonds handele es sich um Staatsanleihen, für die in der EU alle Steuerzahler gemeinsam haften würden. Italien wolle mit den Euro-Bonds unter anderem den Neustart seiner Wirtschaft nach der Corona-Krise finanzieren, so die Tagesschau.

Zudem erinnern sich Italiener laut ARD an die Nachkriegs-geschichte. Die Tagesschau ließ einen Akademiker aus Raum zu Wort kommen: Deutschland vergesse "die Geschichte der vergangenen 50 Jahre. Ich möchte dieses Land daran erinnern, dass ihm 1953 die Schulden aus dem Krieg halbiert wurden. Unter anderem Italien hat damals dieses Konzept vorgeschlagen."(4/4/2020)

Prognose sechsstelliger Corona-Totenzahlen in den Vereinigten Staaten

Washington / Peking / Wien (sh) - Die Corona-Koordinatorin des Weißen Hauses prognostiziert einen Anstieg der Corona-Todesfälle in den USA von 100.000 bis 240.000 Menschen in den kommenden Wochen. US-Präsident Trump sagte laut "Spiegel", ohne den bisherigen Aufwand wären bis 2,2 Millionen Tote zu befürchten gewesen.

Seit Tagen meldet China außergewöhnlich wenige Corona-Neuinfektionen. Doch Zweifel seien angebracht, so die Tagesschau. Ein Regierungskritiker spreche von Lügen.

In Österreich hat Kanzler Kurz angeordnet, dass Menschen in Supermärkten künftig Mund- und Nasenschutz tragen. (1/4/2020)

Flüchtlingsaufnahme - Europäischer Gerichtshof entscheidet gegen Polen, Ungarn, Tschechien

Luxemburg (sh) - Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes durften Polen, Ungarn und Tschechien 2015 eine Flüchtlingsaufnahme nicht ablehnen. Dies berichtete spiegel.de am 2. April.

Hintergrund seien zwei Mehrheitsentscheidungen der EU-Staaten im Jahr 2015, wonach bis zu 160.000 Asylbewerber in der EU verteilt werden sollten. Dies sollte Griechenland und Italien entlasten. (2/4/2020)

Friedensschritte in Afghanistan

Kabul (sh) - Nach zwanzig Jahren Bürgerkrieg sind Vertreter von afghanischer Regierung und islamisch-militanten Taliban in Kabul erstmals zu direkten Gesprächen zusammengekommen. Gegenstand der Verhandlungen war der Austausch Tausender Gefangener, berichtete die Tagesschau am 1. April.

USA und Taliban hätten am 29. März ein Abkommen über Wege zu einem Frieden in Afghanistan unterzeichnet, so die ARD-Berichterstattung zuvor. Dazu gehöre ein stufenweiser Abzug der US-Truppen aus Afghanistan. (2/4/2020)

Beruhigung der Lage in Syrien

Damaskus (sh) - Nach dem Beginn der Waffenruhe in der Provinz Idlib sind im März in Syrien so wenige Zivilisten getötet worden wie seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 nicht, hieß es am 1. April auf der Internet-Seite des "Spiegel". Nun drohe dem Land allerdings eine Corona-Epidemie. (2/4/2020)

Genom-Analysen bringen Erkenntnisse zu Stammbaum und Ursprung des Sars-CoV-2

Zürich (sh) - Mit grösster Wahrscheinlichkeit sprang das neue Coronavirus in der chinesischen Metropole Wuhan von der Fledermaus auf den Menschen über, vielleicht über einen Zwischenwirt. Dies schrieb die Neue Zürcher Zeitung am 29. März mit Bezug auf wissenschaftliche Studien. Der Schlüssel zu der Erkenntnis seien Genomanalysen.

Jedes Mal, wenn sich ein Virus in seiner Wirtszelle vermehre, könne es beim Kopieren der Erbinformation zu winzigen Fehlern kommen. Auf die Eigenschaften des Virus, etwa seine Aggressivität, hätten diese Mutationen in der Regel keinen Einfluss.

Mit der Zeit sammelten sich aber immer mehr Mutationen im Genom an. Vergleiche man nun die Gen-Sequenzen von Virenproben, die an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten genommen wurden, lasse sich anhand der Mutationen eine Art Stammbaum des Erregers erstellen. Dies erlaube es, die Verwandtschaftsverhältnisse zumindest in groben Zügen zu rekonstruieren.

Ist Sars-CoV-2 aus einem chinesischen Sicherheitslabor entwichen? Auch das sei inzwischen widerlegt, so die Neue Zürcher. In der Fachzeitschrift «Nature Medicine» hätten Forscher mit genetischen Analysen dargelegt, dass das Virus kein Laborkonstrukt sei und nicht mit Absicht genetisch modifiziert wurde. Andernfalls müsste es viel mehr Ähnlichkeit mit bekannten Coronaviren haben. (2/4/2020)

 


13. Kalenderwoche: 23. bis 29. März 2020                                          

Sondersegen "Urbi et Orbi" - Papst grundsätzlich: In kranker Welt weiter machen, als bliebe man immer gesund?

Rom (sh) - Segen in schwierigen Zeiten: Papst Franziskus hat am Freitag (27.) auf dem menschenleeren Petersplatz den Segen "Urbi et Orbi" gespendet. Dieser Segen wurde bisher nur an Ostern, Weihnachten und nach Papstwahlen gesprochen.

Franziskus kritisierte grundsätzlich den menschlichen Lebensstil, in einer kranken Welt weiter zu machen, als ob man immer gesund bleibe. Zudem lobte der Papst angesichts Corona die Beschäftigten im Gesundheitswesen und in Supermärkten, Betreuungskräfte, Ordnungskräfte, Priester. Sie hätten in diesen Zeiten verstanden, dass sich niemand allein rettet. (K 29/3/2020)

Die Welt zwischen Corona-Vorsorge und Rückkehr zu vermeintlicher "Normalität"

Hamburg (sh) - Wie in Deutschland seien nun in Großbritannien Versammlungen von mehr als zwei Menschen verboten, berichtete die ARD am 24. März. In Indien gilt eine Ausgangssperre für die gesamte Bevölkerung: 1,3 Milliarden.

Hingegen rief US-Präsident Trumps Ankündigung am 25. März Irritation hervor. Er wollte die Corona-Schutzmaßnahmen zu Ostern aufheben. Der brasilianische Präsident Bolsonaro will ebenfalls zu einer "Normalität" zurück: "Die Risikogruppe sind Personen über 60 Jahre. Wozu Schulen schließen?", zitierte ihn die Tagesschau am 25. März. (K 29/3/2020)

Überlastete Krankenhäuser in New York

New York (sh) - Die Stadt New York ist zu einem Epizentrum der Coronakrise geworden, berichtete spiegel.de am 26. März. In den überlasteten Krankenhäusern herrsche Chaos. Bürgermeister Bill de Blasio rechne damit, dass am Ende mehr als die Hälfte der New Yorker infiziert sein werden. Der April werde hart, der Mai härter. US-Präsident Trump erwägt, New York unter Quarantäne zu stellen. (28/3/2020)

Bosch entwickelt Corona-Schnelltest

Köln / Seoul (sh) - Der deutsche Industriekonzern Bosch hat laut Kölner "Express" einen Schnelltest entwickelt, mit dem das Corona-Virus in zweieinhalb Stunden nach der Probenahme nachgewiesen werden kann. Das vollautomatische Gerät soll im April auf den Markt kommen.

Positive Erfahrungen mit einem Schnelltest hat Südkorea gemacht. Dort wurden die Zahlen von Corona-Infektionen stark gemindert. Das liege vor allem daran, dass kaum ein Land so intensiv getestet habe wie Südkorea, schrieb das Magazin "capital". Es seien bereits mehr als 300.000 Menschen auf das Virus untersucht worden. Die Tests seien kostenlos.

Als erstes Land habe Südkorea diese Schnelltests eingeführt. Dabei werden Autofahrer am Autofenster auf Fieber und Atemschwierigkeiten untersucht. Die deutsche Regierung überlegt, ob sie diese Methode ebenfalls einsetzt. (28/3/2020)

Notstandsregierung in Israel

Jerusalem (sh) - In Israel haben sich die Dauerrivalen Netanyahu und Gantz zusammengerauft - in der Corona-Krise wollen sie eine Notstandsregierung bilden.  Es sei eine Rotation im Amt des Ministerpräsidenten vorgesehen, meldete die Tagesschau am 29. März. (29/3/2020)

Angriff auf Sikh-Tempel in Kabul

Kabul (sh) - Angreifer haben in der afghanischen Hauptstadt Kabul einen Sikh-Tempel gestürmt und mindestens 150 Menschen in ihre Gewalt gebracht. Auch Frauen und Kinder. Zwei Menschen seien getötet worden, berichtete das ZDF am 25. März.

Sicherheitskräfte hätten den Ort des Anschlags abgeriegelt. Die islamistischen Taliban hätten dementiert, für den Angriff verantwortlich zu sein. (25/3/2020)

Schlimme Zustände in spanischen Altenheimen

Madrid (sh) - In einer Seniorenresidenz in Madrid sind 17 Menschen am Corona-Virus gestorben, 70 infizierten sich. Dies berichtete die Tagesschau am 26. März. Spezialeinheiten der spanischen Armee hätten im ganzen Land Altersheime inspiziert und allein gelassene Menschen und Tote in Betten entdeckt.

Die Mitarbeiter seien erkrankt gewesen. Zu lange Zeit hätten Bewohner die Heime noch verlassen können. Es habe an diagnostischen Mitteln gefehlt, der Schutz des Personals sei vernachlässigt worden. (26/3/2020)

Größtes wirtschaftliches Rettungspaket in der Geschichte der USA

Washington (sh) - Rund zwei Billionen Dollar wiege das US-Konjunkturpaket gegen die Folgen der Corona-Krise, berichtete die Tagesschau. Zu dem Programm gehören Staatsanleihen und der Kauf von Hypothekenpapieren.

Unter anderem seien Einmalzahlungen von 1200 Dollar an die meisten Amerikaner vorgesehen, an Steuerzahler. Zudem eine Ausweitung des Arbeitslosengelds und ein Milliarden schweres Programm zur Unterstützung von Kleinunternehmen.

Auch die Krankenhäuser sollen Geldspritzen erhalten, so die ARD-Berichterstattung. Es sei das größte wirtschaftliche Rettungspaket in der Geschichte der USA. Die US-Notenbank hat den Leitzins auf null gesenkt. (23/3/2020, ergänzt 25/3)

Internationale Hilfe für Italien

Mailand (sh) - Italien hat mehr als 10.000 Corona-Tote zu beklagen, wurde am 28. März bekannt. Das Land erhält nun Hilfe aus dem Ausland. 52 kubanische Mediziner trafen in der Region Lombardei ein. 2014 hatten sich die Kubaner bei der Ebola-Bekämpfung in Afrika profiliert.

Auch Russland sendet Ausrüstung und Personal nach Italien. Deutschland schickte Hilfsgüter, Beatmungsgeräte und nimmt Schwerkranke in Sachsen auf. (23/3/2020, ergänzt 28/3)

Olympiade in Tokio erst 2021

Lausanne (sh) - Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: das Internationale Olympische Komitee hat beschlossen, die Olympiade in Tokio auf 2021 zu verschieben. (28/3/2020)


12. Kalenderwoche: 12. bis 22. März 2020                                            

Vor der Wirtschaftskrise: EU ermöglicht Regierungen unbegrenzt Liquidität

Brüssel (sh) - Reaktion auf Corona-Pandemie: die EU-Kommission will ihre Haushaltsregeln lockern, um die erwartete Wirtschaftskrise abzumildern. Dies berichtete die Frankfurter Neue Presse am 21. März.

Laut EU-Kommissionschefin von der Leyen dürften nationale Regierungen unbegrenzt in die Wirtschaft investieren. So könnten sie den Unternehmen in dieser unverschuldeten Krise beistehen. Erstmals solle die allgemeine Ausweichklausel aktiviert werden. "Der Schritt bedeutet, dass nationale Regierungen so viel Liquidität wie nötig in die Wirtschaft pumpen können", zitierte die Epoch Times von der Leyen. Die europäischen Finanzminister müssen noch zustimmen. (21.3.2020)

Erdbeben in Kroatien

Zagreb (sh) - Bei Erdbeben der Stärke 5,0 und 5,5 sind in der kroatischen Hauptstadt Zagreb Wohnhäuser eingestürzt. Es wurden Menschen verletzt. Das Epizentrum war in zehn Kilometer Tiefe sechzig Kilometer nördlich von Zagreb, meldete die Tagesschau am 22. März. Fünfzig Kilometer nordöstlich von Zagreb befindet sich das Kernkraftwerk Krsko.

Eine der beiden Turmspitzen der Zagreber Kathedrale stürzte rund hundert Meter zu Boden. (22/3/2020)

 Indien: Todesstrafe nach Vergewaltigung

Neu Delhi (sh) - Wegen der Vergewaltigung und Tötung einer Studentin vor mehr als sieben Jahren sind in Indien vier Männer gehängt worden. Dies berichtete die Tagesschau am 20. März. (20/3/2020)

 Erster Corona-Impftest in USA

Seattle (sh) - In USA ist erstmals ein möglicher Corona-Impfstoff an eine Freiwillige verabreicht worden, meldete die Tagesschau am 18. März. Das Serum wurde gemeinsam von der Biotech-Firma Moderna und der nationalen Gesundheitsbehörde entwickelt.

Jetzt müssen die Probanden ein Jahr lang beobachtet werden. Das gewöhnlich mehrstufige Zulassungsverfahren für solch einen Test wurde verkürzt, so die Information der ARD. Gewöhnlich muss ein Impfstoff zuerst an Tieren getestet werden.

In China sind laut Robert-Koch-Institut jetzt etwa 81.000 Menschen betroffen, darüber hinaus auf der Erde etwa 86.000. Der Fokus liege nun auf Europa, wo mittlerweile 64.000 bestätigte Fälle bekannt seien. Dies berichtete der "Spiegel" auf seiner Internetseite. (18.3.2020)

EM verschoben - "Altruismus" im Fussball

Hamburg (sh) - Die Fussball-Europameisterschaft wird wegen Corona um ein Jahr auf 2021 verschoben, berichtete der "Spiegel" am 17. März. Auf seiner Internet-Plattform gibt er ein Zitat von Uefa-Präsident Aleksander Ceferim wieder: "In Zeiten wie diesen muss die Fussballgemeinschaft Verantwortung, Einigkeit und Altruismus zeigen."

Altruismus wird gemeinhin mit "Uneigennützigkeit, Gegensatz von Egoismus" übersetzt. (18.3.2020)

EU macht ihre Außengrenzen dicht

Hamburg (sh) - Nicht-EU-Angehörige dürfen seit 17. März nicht mehr in die Europäische Union einreisen. Dies entschieden die EU-Staats- und Regierungschefs laut einem Online-Bericht des "Spiegel". Das Verbot dient der Verlangsamung der Ausbreitung des Corona-Virus.

Frankreichs Präsident Macron verhängte am 17. März eine mindestens 14-tägige Ausgangssperre. Für Arztbesuche, Einkäufe und Arbeitswege darf man das Haus aber verlassen.

Der türkische Staatschef Erdogan verhängte am 14. März ein Einreiseverbot aus Europa. (17/3/2020).


11. Kalenderwoche: 11. bis 15. März 2020                                            

Israelis und Deutsche stellen Corona-Impfstoff in Aussicht

Kiryat Shmona / Tübingen (zeta) - Ein israelisches und ein deutsches Unternehmen stehen offenbar kurz davor, einen produktionsreifen Covid-19-Impfstoff zu entwickeln. Es handelt sich um das Migal Research Center in der israelischen Stadt Kiryat Shmona sowie CureVac in Tübingen.

Migal forschte in den vergangenen Jahren nach einem Impfstoff gegen ein Corona-Virus, das weltweit bei Hühnern vorkommt. Die israelischen Forscher können diese Kenntnisse für den Menschen nutzbar machen.

US-Präsident Trump versuchte gemäß seinem Motto "America first", die Tübinger Wissenschaftler nach USA abzuwerben. Dies wurde abgelehnt, hieß es laut Mannheimer Morgen aus dem Unternehmen.

Bis ein Impfstoff nach einer Testphase marktreif hergestellt werden kann, dürfte es wohl 2021 werden. (15/3/20)

Verfolgte Christen

Menschenrechtsorganisation CSI

befreit 100.000 Sklaven in Sudan

München (zeta) - In Sudan werden in heutiger Zeit noch schätzungsweise 20.000 Sklaven gehalten. Weitere Nachricht: Mehr als 100.000 versklavte Südsudanesen sind von der überkonfessionellen Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International CSI nach deren Angabe seit 1995 befreit worden.

CSI-Geschäftsführer Pfarrer Peter Fuchs in München: "Christian Solidarity International erfuhr 1995 von Sklavenjagden, die sich im Sudan abspielten und wir entdeckten Möglichkeiten zum Freikauf dieser geschundenen Menschen." CSI: Die Befreiten waren innerhalb eines Dschihads "von arabisch-muslimischen Milizen in den Norden des damaligen Sudan verschleppt" worden.

Nach 2002 seien keine Sklavenjagden mehr dokumentiert, heißt es in einer CSI-Publikation. Doch gehe man in vorsichtigen Schätzungen davon aus, dass es in Sudan in heutiger Zeit noch etwa 20.000 Sklaven gibt.

Die Sklaven vom Stamm der Dinka, meist Christen, würden von ihren "Besitzern" bis heute zu harter Arbeit gezwungen, so Pfarrer Fuchs. Sie würden rassistisch beleidigt, misshandelt, missbraucht und zwangsislamisiert.

Fortsetzung der Befreiung durch CSI: 2018 seien rund 2000 Sklaven aus dem Sudan in die Freiheit im Südsudan geführt worden. Dort erhalte jeder Befreite Nahrungsmittel, "als Lebensversicherung" eine lebende Mutterziege und die wichtigsten Utensilien für den Neuanfang.

Die Befreiten würden von Dorfgemeinschaften aufgenommen. Zwangsislamisierte würden sich mit Begeisterung wieder dem Christentum zuwenden.

Für den Freikauf eines Sklaven benötigt CSI rund 50 Euro, den gleichen Betrag für die Mutterziege. Die Utensilien für den Neustart einer befreiten Person kosten um die 40 Euro. Das Spendenkonto von CSI bei der Bank für Sozialwirtschaft, München, hat die IBAN DE45 7002 0500 0008 8395 05. (29/10/2019).


Kommentar

Geniestreich im Namen der Freiheit

(zeta) - Manche spenden eine Münze hie und ein Scheinchen da. Der Mann mit dem ferrariroten Porsche spendet für kranke Kinder hierzulande sogar neuntausend und ein paar Zerquetschte. Er hatte das Geld statt Geburtstagsgeschenken erbeten - stand in der Zeitung. Alles hat in vielen Fällen wohl seine Berechtigung.

Unserer Redaktion fiel die Menschenrechtsorganisation CSI auf, die in mancher Hinsicht einen Unterschied macht: Christian Solidarity International CSI kauft in Sudan Sklaven für 50 Euro frei und siedelt sie in der Freiheit Südsudans an.

Dort gibt CSI ihnen neben Neustart-Utensilien im Wert von 40 Euro eine 50-Euro-Mutterziege mit auf den Weg.

50 + 40 + 50 = 140.

Für 140 Euro pro Person bringt Christian Solidarity International Unterdrückte in die Freiheit, die - nebenbei bemerkt - Sinn des Lebens ist.

Wer 140 Euro für Christian Solidarity International locker macht, ermöglicht also die Rettung eines Menschen in seinen Welten. Jede Spende bedeutet somit einen persönlichen Geniestreich. (Zum Bericht 21/1/20 Änderung 24/1)


Antijudaismus

Deutsche jüdische Jugendliche wandern nach Israel aus

Berlin (sh) - Immer mehr jüdische Jugendliche wandern der Tageszeitung "Die Welt" zufolge nach Israel aus >> Ausgabe 29. November 2019.

Etwa zunehmender Antisemitismus und Übergriffe gegen Juden sind Gründe dafür. Die 15 Jahre alte Jamela Etoundi gegenüber der "Welt": in Israel fühle sie sich wohl und könne sein, wer sie wirklich ist. Freiwillig ginge sie nicht nach Deutschland zurück.

Eine andere Schülerin, die ebenfalls 2019 von Berlin nach Israel gegangen ist, ist die 16 Jahre alte Golda Maertens. Laut "Welt" lebt die Gymnasiastin nun im Mosenson-Internat bei Tel Aviv. Durch das israelische Bildungsprogramm "Naale" bekommt sie dort Unterricht, Kost und Logis finanziert.

Maertens sagte der "Welt", in Berlin hätte sie ihre Kette mit dem Davidstern unter dem T-Shirt versteckt. Sie habe Angst um die Juden gehabt, die auf der Straße als solche erkennbar gewesen seien. In Israel könnten sich Menschen mit Kippa ganz normal auf der Straße bewegen.

Die Nachrichtenagentur idea berichtete im Dezember 2019 von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin RIAS: die Initiative habe in Berlin 2018 an die 1100 antisemitische Vorfälle gemeldet bekommen, 14 Prozent mehr als im Vorjahr (etwa 950). (31/12/2019)


 HINTERGRUND

Antisemitismus - Antijudaismus

In Deutschland hat sich "Antisemitismus" als Begriff für "Hass auf Juden, Feindschaft gegen Juden" eingeschliffen. Im Grunde ist dieser Ausdruck jedoch falsch: eine Sprachverwirrung, die der Bekämpfung des Phänomens nicht förderlich ist.

Richtig muss man von "Antijudaismus" sprechen.

"Antisemitismus" leitet sich von "die Semiten" her. Dabei handelt es sich um die historischen Völker, die eine semitische Sprache sprechen. Etwa Hebräer und Aramäer.

Semiten, das sind aber auch Araber, Assyrer und Babylonier. Hier offenbart sich, wie unangebracht und kontraproduktiv es ist, einen Ausdruck wie "Antisemitismus" zu gebrauchen, wenn man Antijudaismus meint.

Als Randbemerkung dazu ein Zitat. In der Einführung des Buches "Aus dem Wörterbuch des Unmenschen" von Sternberger, Storz, Süskind heißt es: "... denn in der Sprache allein offenbart sich der Mensch, im Guten wie im Bösen". (zeta 31/12/2019)

 


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