K O M P A K T Z E I T U N G

 Die Woche im Überblick: Deutschland und Weltgeschehen -  Seit 2003

Petersberger Arzt Ralph Hönscher neuer Vorsitzender des Vorstands von Gesundheitsnetz Osthessen  

 Petersberg (KP) - Der Petersberger Allgemeinmediziner Ralph Hönscher ist neuer Vorstandsvorsitzender des Gesundheitsnetzes Osthessen. Der Facharzt für Allgemeinmedizin hat seine Praxis in der Bertholdstraße 29 in Petersberg.

Beim Gesundheitsnetz Osthessen handelt es sich um einen Verbund von etwa 150 Ärztinnen und Ärzten. Das Netz dient zu fachlicher Koordinierung, Kooperation und Vertretung nach außen. Es setzt sich für einen maximalen Qualitätsanspruch für die Patienten ein und veranstaltet fachübergreifende Fortbildungen und Zusammenkünfte.

"In unserem Netz wurden zu vielen Krankheitsbildern netzeigene Leitlinien erarbeitet, die die Zusammenarbeit auch mit den ansässigen Kliniken optimieren sollen", heißt es in einer Verlautbarung des Gesundheitsnetzes.

Neben Ralph-Michael Hönscher gehören zum Vorstand des Gesundheitsnetzes: Diplom-Betriebswirtin Gabriele Bleul (geschäftsführender Vorstand), Dr. Michael K. Eichler (Facharzt für Neurochirugie), Dr. Christoph Müller (Facharzt für HNO) sowie Dr. Christof Schwarzer (Facharzt für Allgemeinmedizin). (5/6/2020)

Mehr als vierzig Mal Kritik, Infos und Beschwerden wegen "Tempohügeln"    

Petersberg (KP) - In Petersberg thematisiert die Fraktion "Linke.Offene Liste" die Verkehrsberuhigung mittels "Tempohügeln". Gemeinde-vertreter Michael Wahl erkundigte sich bei der Verwaltung nach diesen Straßenbarrieren. Mehr als 40 Mal gab es Kritik und Beschwerden, Infos und Hinweise, so die Antwort der Verwaltung auf die parlamentarische Anfrage.

18 Tempohügel existieren laut Verwaltung im Ortsteil Petersberg und 23 in Marbach. Im Ortsteil Steinau sollen 31 Tempohügel den Fuß Richtung Bremspedal führen. In Steinhaus sind es 5 und in Margretenhaun 8.

Und gab es Beschwerden? - wollte Michael Wahl wissen. Antwort der Verwaltung: in Petersberg zwei Unterschriftenlisten und vier Beschwerdebriefe. Dazu zwei telefonische Anmerkungen, zwei "Internet-Meinungsabfragen" und Kritik von FDP und Linken.

In Marbach gab es sieben Beschwerdebriefe von Bürgern und eine Beschwerde als "Bürgerinitiative". Hier veröffentlichte die Linke-Fraktion zwei Infoblätter. Ferner gab es drei telefonische Anmerkungen, zwei Leserbriefe und drei Veröffentlichungen durch die Fraktion "DieLinke.OffeneListe" in Fuldaer Zeitungen.

In Steinau und Steinhaus summierte sich der Diskurs auf fünf Beschwerdebriefe, zwei Unterschriftenlisten und drei telefonische Anmerkungen. Die CDU-Fraktion erörterte das Thema in öffentlichen Infoveranstaltung, so die Mitteilung aus dem Rathaus.

Wahl: Gab es Beschwerden zu Schäden an Fahrzeugen? Antwort: "Ja, zwei aus dem Ortsteil Marbach." Sie seien durch den Gemeindeversicherungsverband geprüft und mit Blick auf die Ge-setzeslage abgewiesen worden. (13/5/2020)

Telefonbetrüger im Raum Fulda geben sich als Polizisten aus     

Fulda (K) - Die Polizei warnt vor Telefonbetrügern, die derzeit im Raum Fulda aktiv sind: sie geben sich als Polizist oder Kriminalbeamter aus. Zur Masche der angeblichen Polizisten gehöre die Mitteilung, es habe einen Einbruch in der Nachbarschaft gegeben. Vermutlich stehe ein Einbruch ins Wohnhaus der angerufenen Person bevor.

Um Bargeld und Wertgegenstände zu schützen, sollten die Angerufenen dies den "Polizeibeamten" aushändigen. "Achtung, dies ist eine Falle!" - so die Polizei. "Bleiben Sie bitte wachsam!"

Die Polizei weiter:

"- Seien Sie misstrauisch gegenüber Unbekannten, vor allem am
Telefon. Und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.

- Die Polizei ruft niemals an, um Sie dazu zu bewegen, Geld
abzuholen und den Beamten zu übergeben.

- Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre
persönlichen oder finanziellen Verhältnisse.

- Benutzen Sie nicht die Rückruffunktion oder
Wahlwiederholungstaste, da Sie sonst wieder an den Anrufer gelangen.

- Legen Sie bewusst auf und wählen Sie die 110 oder die Rufnummer Ihrer örtlichen Polizeidienststelle. Schildern Sie der Polizei den Sachverhalt."

Weitere Infos unter: www.senioren-sind-auf-zack.de


Corona-Netzwerk Petersberg: Neunzig Personen zu Hilfe bereit       

Petersberg (K) - Hilfe für Menschen in Quarantäne und für Angehörige von Corona-Risiko-Gruppen: etwa zehn Hilfegesuche hatte das Petersberger Netzwerk um Oliver Bajunovic und Jasmin Höreth bislang.

Davon betreffen 80 Prozent Unterstützung beim Einkaufen. Die anderen Anfragen hatten Arztbesuche, Beratung und Behördengänge zum Gegenstand.

Etwa neunzig Personen sind in Petersberg derzeit bereit, sich für das Hilfenetzwerk einzusetzen. Mehr als die Nachfrage erfordert.
Dazu Bajunovic: es mache Sinn, Personen vorzuhalten. Es sei unklar, wie sich die Epidemie entwickle.

Auch wisse man nicht, welche Anforderungen die Regierungen in Bund und Land noch stellen. Bajunovic denkt strategisch.

Von Beruf ist Bajunovic Projektmanager und selbstständiger Unternehmensberater. Privat engagiert er sich in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Petersberg.

Bei dem Petersberger Hilfenetzwerk handelt es sich um eine Whatsapp-Gruppe, die aus dem entsprechenden Fuldaer Netzwerk hervor ging. Dies wiederum hat seine Wurzeln bei Facebook.

Wer in Petersberg Hilfe braucht oder sich als Helferin oder Helfer anbieten möchte, kann sich an Jasmin Höreth (Ruf 0160 6502367) oder Oliver Bajunovic (0178 1880209) wenden. (22/4/2020)

Hessen erneuert Autobahnbrücke bei Petersberg-Götzenhof        

Petersberg (K) - Verbreiterung der A7 geplant: dazu wird die 1964 gebaute Autobahnbrücke Götzenhof abgebrochen und erneuert. Dies teilt die Straßenbaubehörde "Hessen-Mobil" mit.

Die Bauarbeiten werden laut Hessen-Mobil in drei Abschnitten erfolgen. Auf die Weise wird der Autobahnverkehr aufrecht erhalten. Die Kreisstraßen an der Autobahnbrücke müssen zeitweise für einige Tage gesperrt werden.

Die Kosten des Projekts werden Hessen-Mobil zufolge 18,5 Millionen Euro betragen. Der Abschluss der Arbeiten sei 2023 vorgesehen. (17/4/2020)

Hintergrund

Straßenbaubehörde "Hessen-Mobil"      

(K) - Die Straßenbehörde "Hessen-Mobil" nannte sich früher Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung. Sie ist für Planung, Bau, Betrieb und Management des hessischen Verkehrswegenetzes zuständig.

Insgesamt rund 3500 Bedienstete arbeiten in der Zentrale, an zwölf regionalen Standorten, in der Verkehrszentrale Hessen sowie in sechzig Autobahn- und Straßenmeistereien. (17/4/2020)


Bußgelder bis 5000 Euro in Hessen

Frankfurt am Main (K) - In der Stadt Frankfurt drohen Bußgelder bis 5000 Euro und Strafanzeigen, wenn man die Corona-Schutzregeln der Landesregierung wiederholt missachtet. Dies kündigte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) an, so ein Bericht der Frankfurter Neuen Presse am 4. April.

Frankfurt verwirklicht damit, was seit 3. April für Hessen grundsätzlich gilt. Wer sich hier nicht an die Kontaktregeln halte, müsse mit einheitlichen Bußgeldern rechnen, schrieb die FNP. Dem grünen Sozialminister Klose und Innenminister Beuth (CDU) zufolge sei ebenfalls ein Bußgeld fällig, wenn jemand illegal ein Restaurant betreibt oder das Besuchsverbot in Seniorenheimen missachtet. (5/4/2020)

Hanau: Polizei gegen Hamstern?

Hanau (K) - Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) denkt daran, die Stadtpolizei zur Kontrolle gegen Hamsterkäufe einzusetzen. Dies berichtete die Frankfurter Neue Presse am 20. März.

Die Tageszeitung zitiert den OB: "Wenn es tatsächlich weiter zu solchen asozialen Hamsterkäufen kommt, dann werden wir als Stadt einschreiten." Er fasse dies als letztes Mittel ins Auge, damit Grundnahrungsmittel nur in üblichen Mengen eingekauft werden. (21/3/20)

1275 Jahre Fulda - Tradition seit Bonifatius, dem "Apostel der Deutschen"

Fulda (zeta) - Die Stadt Fulda feierte im Jahr 2019 ihr 1275-Jahre-Bestehen. Das Jubiläum geht auf die Gründung des Fuldaer Klosters durch Bonifatius zurück, den "Apostel der Deutschen". Bonifatius' Schüler Sturmius kam am 12. März 744 an den Ort, wo später das benediktinische Kloster entstand.

Der Angelsachse Bonifatius brachte im 8. Jahrhundert den christlichen Glauben aufs Festland in die Regionen von Friesland bis Bayern. Das Fuldaer Kloster entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum theologischer Gelehrsamkeit und Literatur im Mittelalter.

Den Auftakt der Fuldaer Jubiläumsfeierlichkeiten bildete am 12. März ein Konzert. Briefmarkenfreunde freuten sich über einen Sonderstempel der Deutschen Post (obiges zeta-Foto mit einer Briefmarke vom Fuldaer Bonifatius-Denkmal). 12/3/2019


Musical-Kritik

"Bonifatius" oder Im Trüben der Fulda

Fulda (zeta) - Ab und an sind theologische Inhalte, die Fulda und seine Geschichte betreffen, flach wie die Fulda-Auen. Bei dem Musical "Bonifatius" ist es der Fall. Der gebürtige Fuldaer Zeno Ziegelmann hat dafür das Buch geschrieben. Uraufführung war 2004 in Fulda gewesen. Im August 2019 wurde das Musiktheater erneut in einer Neuinszenierung vorm Fuldaer Dom präsentiert.


Es gibt beim Thema Flachheit allerdings noch eine Steigerung, wenn man das Ende des Musicals betrachtet. Beschworen werden dort ein Glaube an sich selbst und eine Fähigkeit zu glauben.

Hier bekommt die theologische Flachheit eine Beschaffenheit wie die Oberfläche des Fuldaer Aue-Weihers bei absoluter Windstille.

Impressionannt stellt Reinhard Brussmann den Bonifatius (etwa 674 bis 754 n.C.) in der Neuinszenierung dar. Der Missionar aus dem südenglischen Wessex brachte die christliche Botschaft zu vier Völkern in Mitteleuropa. Er gilt als "Apostel der Deutschen". Seine Grabstätte liegt im Fuldaer Dom. Die Botschaft des Bonifatius gründet auf das Evangelium seines Vorbilds Apostel Paulus und die Bibel.

Jedoch haben weder Paulus noch die Schrift den Glauben wie in dem Musical als eine Fähigkeit beschrieben. Zudem verkündete Bonifatius den Menschen nicht einen Glauben an sich selbst, sondern an den dreifaltigen Gott, an Jesus Christus.

Dass der Name Jesus Christus bei der Musical-Aufführung nicht vorkommt, spricht für sich. Jesus als der Gekreuzigte und Auferstandene, der sein Leben für die Versöhnung von Gott und Mensch und für ewiges Leben der Menschen gibt - mit solch namentlicher Konkretion würde man einen großen Teil eines Musical-Publikums verprellen, wissen die Musical-Macher. Jesus ist seit seiner Geburt ein Störfaktor auf dieser Erde. Dessen sind sich auch Ziegelmann und Co. bewusst.

Es gibt in dem Musical inhaltlich ebenfalls positive Momente. Etwa dass der christliche Glaube eine Befreiung von den unmenschlichen Unbilden anderer Religionen und deren Umgang zum Beispiel mit Frauen bringt, gehört zum Inhalt.

Auch machen Ziegelmann und Co. an den Ufern der Fulda Schwemmmaterial gut, wenn sie einen der beiden bedeutendsten Bonifatius-Biographen des Mittelalters, den Priester Willibald (Alexander von Hugo), als Erzähler auftreten lassen.

Aber eben diesem Willibald jubeln Ziegelmann und Co. die Aussage unter, Bonifatius habe kein Denkmal sein wollen, sondern "einer von uns".

Gegenrede: Klar wollte Bonifatius für Denken und Glauben der Menschen Denkmal sein. Aber keiner der Kategorie Ziegelmann und Co.

Selbst der Musical-Bonifatius gibt von fehlendem Hintergrund der Musiktheater-Macher Aufschluss, als er sinngemäß von "Gott oder wie man ihn nennen mag" spricht.

Oder wie man ihn nennen mag? Bonifatius' Gott ist kein Gott einer Beliebigkeit. Er ist unverwechselbar. 

Hinzu kommt im Musical und seiner Fuldaer Neuinszenierung frei flottierendes Treibgut wie eine rebellische Lioba (Anke Fiedler), die Bonifatius den Bart stutzen will.

Eher auszuhalten, wenn man auf der Pauluspromenade vor der Aufführung ein paar Gläser Wein und nicht nur alkoholfreies Hochstift genossen hat: ein bei der Aufführung korpolierend dargestellter Bischof Gewilip (Frank Winkels). Wie anschaulich. Offenbar wollten Komödiant Ziegelmann, Regisseur Stefan Huber und Co. dem Pubikum bedeuten, dass es doch endlich verstehen soll.

Bonifatius' Lieblingsschüler Sturmius (Friedrich Rau) bekommt in dem Musical von einer Geliebten namens Alrun (Judith Jandl) das Hemd vom Leib gerissen, bevor beide im Liebesnest versinken. Auch das ist frei flottierendes Treibgut.

Inhaltliche Unschärfen wie beim angeblichen Komplott des abgesetzten Bischofs Gewilip und des friesischen Herrschers Radbod (Andreas Lichtenberger) für Bonifatius' Ermordung lassen sich noch mit künstlicher Freiheit rechtfertigen. Doch bestehen in dem Musical gravierende inhaltliche Schwächen, die kontraproduktiv in die Irre führen. Dies ruft nach einem neuen, einem anderen Musical "Bonifatius".

Zu Beispiel Johannes Hartl aus Augsburg hätte das Zeug dafür, um Bonifatius Inhalte und Komposition passend und zutreffend auf den Leib zu schneidern. Ohne im Trüben der Fulda zu fischen. (22/8/19, geändert 1/9/19)


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